Freitag, 8. Juli 2016

Silent Hill

»Silent Hill Teil 1« war, neben »Tomb Raider 1« und »Resident Evil 1«, das erste Videogame, das ich in meinem Leben gespielt habe. Was mich an »Silent Hill« von Anfang an faszinierte, war, dass es vom Gameplay her, eher ruhig war. Es gab keine »kaum zu schaffenden Kämpfe«, keine »fingerbrechenden Jump-and-Run-Einlagen«. Dafür bot es aber eine Atmosphäre, die beim gesamten Spielverlauf, für ununterbrochene Gänsehaut sorgte.

Genau das, was ich an dem Horror mag, den ich als Horror bezeichne. Nicht den »Splatter«, nicht den »Torture Porn« sondern den guten alten »Gothic-Horror«. Düstere Atmosphäre, ein Geheimnis, die Gänsehaut auf den Armen und die Schockmomente, obwohl nur eine Katze vom Dach springt ...




»Silent Hill 2« ist für mich das unerreichteste Horror-Erlebnis bis heute. Hier stimmt nicht nur die Atmosphäre, in ihrer genialen Kombination aus ständiger Bedrohung, Nebel, Soundtrack, Rätseln, Geheimnissen, der Klaustrophobie ... hier liegt dem Spiel auch noch eine Story zu Grunde, die mich am Ende wirklich vor Begeisterung mit offenem Mund vor dem Monitor sitzen lies. Eine derartig, in sich schlüssige Story hatte ich im Horrorgenre bis dahin, und leider auch bis heute, selten erlebt.

Ich rede nicht von dem Film, der zwar die Atmosphäre gut wiedergibt, aber in seinem typisch amerikanischen Versuch, alles plausibel zu erklären, die Grundidee von Silent Hill völlig zunichtemacht. (Ich sage nur: Ehemalige Kohlestadt unter der, bis heute, der Flöz schwelt, als Erklärung für die Farben und Strukturen der Silent Hill Welt, nach dem Ertönen des Gongs? Und mit der Sekte wird es dann ja noch schlimmer!)

Nein. Da haben uns die Japaner einiges voraus, was auch ihre guten Horrorfilme beweisen. In der japanischen Kultur gibt es keine Genregrenzen und das Übernatürliche ist ebenso Bestandteil des Alltags, wie der moderne High-Tec-Computer.

Genau diese metaphorische Idee hinter dem Ort »Silent Hill«, die ich hier nicht verrate, da ich sonst meine eigene Story spoilern würde, hat mich nie wieder losgelassen. Das ist für mich guter Horror: Der Schrecken ist nur eine Metapher für die Sünden der Menschen, für ihre Weigerung,  anzuerkennen, dass jede Handlung ihre Konsequenzen hat. Das ganze gepaart, mit der Bereitschaft, Übersinnliches, Paranormales, nicht wissenschaftlich eindeutig Erklärbares, einfach mal hinzunehmen, schafft für mich, die perfekte Basis, um eine gute Horror-Story zu erzählen, die einfach nur in sich plausibel sein muss.



Aus diesem Grund ist nicht nur das Cover der »Vakkerville-Mysteries«, sondern auch der gesamte erste Zyklus eine Verbeugung vor dem Videogame »Silent Hill 2«.

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