Dienstag, 1. November 2016

Horror, Thriller, Mystery, Krimi ... wider den Etikettenschwindel.

Ich publiziere nicht nur meine Ebooks selbst, ich lese auch sehr gerne Selfpublisher. Einerseits bin ich extrem neugierig, andererseits sehe ich das Lesen von Büchern, als eines der wichtigsten Werkzeuge, um mein Handwerk - das Schreiben - zu schulen.

Die »Vakkerville-Mysteries« sind ein Genre-Mix. Das ist gut so. Allerdings gibt es gerade bei Schubladen auch eine einfache Regel. Wenn man sie durchbrechen will, muss man sie erst einmal kennen.

Und da sind wir bei dem, was ich als »Etikettenschwindel« bezeichne. Gerade bei Selfpublishern ein sehr verbreitetes Unwesen, auch wenn ich den Meisten zu Gute halte, dass sie es unbeabsichtigt tun.

Mich, als Leser, nervt es aber ganz gehörig. Da spielt auch der finanzielle Aspekt keine Rolle, ob ich nun 0,99€ oder 12,99€ bezahle. Es ärgert mich einfach, wenn ich statt eines »Mystery-Thrillers« eine »Romance-Schmonzette« mit ein paar untoten aber perfekten Liebhabern bekomme!


Wenn ich bei Amazon durch die Charts der Kindle-Ebooks »Horror« gehe, finde ich zu 95% nur Thriller, die ich einfachheitshalber mal alle als »Erben von Schweigen der Lämmer« bezeichnen möchte. Ja, die sind vielleicht auch ein wenig gruselig, aber es ist kein Horror!


Also, hier einfach mal eine kleine Genre-Kunde:

Krimi: Es gibt eine Straftat (Mord, Diebstahl, Verschwinden etc.), die von einem oder mehreren Ermittlern aufgeklärt, verhindert, wird. Das »Lösen der Rätsel« steht im Vordergrund und gibt auch das lineare Erzähltempo vor. Die Ermittler sind niemals vom Fall selbst betroffen. Sie agieren immer von Außen! (Zumindest moralisch. Selbst wenn der Privatdetektiv mal eine auf die Fresse kriegt.) Am Ende erhält das »Böse« seine gerechte Strafe.

Thriller: Grundgeschichte ähnlich zum Krimi, mit einem sehr wichtigen Unterschied. Hier wird der oder die Ermittler (es können auch Privatpersonen oder Journalisten sein) direkt von der Handlung in Mitleidenschaft gezogen (bedroht oder sogar selbst getötet! Oder lösen sie sogar aus). Das Wort kommt aus der Filmgeschichte und wird auch als »Kino der Angst« benannt. Es geht um die permanente Erzeugung von Angst/Thrill (beim Protagonisten und Leser), die nur durch kurze Ruhephasen unterbrochen wird. Die wichtigsten erzählerischen Mittel sind ein großer Spannungsbogen, Twists, Cliffhanger und Red Herrings.



Horror: Hier rückt das angsteinflößende Motiv, oft auf Grund grausiger oder gar übernatürlicher Ereignisse, in den Vordergrund. Die (psychische) Katharsis, die durch das Überwinden der Schrecken vollzogen wird, muss nicht einmal beim Protagonisten, sondern kann auch beim Leser stattfinden. Hauptthemen sind Mord, Selbstmord, Folter, Angst, Verrücktheit, Gespenster, Vampire, Doppelgänger, Succubi, Incubi, Poltergeister, dämonische Pakte, teuflische Besessenheit, Exorzismus, Hexerei, Voodoo, Lykanthropie und das Makabere.




Mystery: Durchaus Ähnlichkeiten zum Horror, allerdings sind hier die Sujets immer subtiler. Meist fehlen auch Erklärungen für das Übersinnliche, oder gar Auflösungen. Protagonisten und Leser werden oft mit einem Gefühl des Unaufgeklärten zurückgelassen. Im Gegensatz zum Horror stehen bei der Mystery vor allem die Wahrnehmungen der Protagonisten im Vordergrund. Nicht so sehr das, was sie sehen, sondern das, was sie dabei empfinden und denken.



In diesem Sinne, kann ich versprechen, dass in den »Vakkerville-Mysteries« auch all das drin ist, was drauf steht!

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