Sonntag, 20. November 2016

Sage mir, was du liest: "Mort(e)"



Einst war Mort(e) ein kastrierter Hauskater namens Sebastian, der die wenigen glücklichen Momente voller Liebe ausgerechnet mit einer Hündin namens Sheba erfuhr.

Doch dann begann der Krieg. Angezettelt von der uralten Ameisenkönigin, die über Jahrhunderte einen Plan ausgetüftelt hat, um sich an den Verbrechen der Menschen an ihrem Volk zu rächen.
Mittels Hormonen hat sie sich und ihre Ameisen verändert. Aber auch die Tiere an der Oberfläche, die dadurch zu Bewusstsein gelangen und aufrecht gehen.

Die Menschen werden rasch auf nur wenige Exemplare reduziert. Sebastian verliert in den Tagen der Apokalypse Sheba aus den Augen und wird zu Mort(e). Einem legendären Krieger im Kampf gegen die Menschen.

Nur noch eine Biowaffe namens EMSAH scheint die Herrschaft der Tiere aufhalten zu können und gerade Mort(e) bekommt den Auftrag, das Geheimnis dieser Seuche zu enträtseln.
Da erhält er den Hinweis, dass Sheba noch lebt.

Das Szenario hat mich so neugierig gemacht, dass ich dem Release dieses Buches regelrecht entgegen fieberte und es am Tag des Erscheinens beim Verlag orderte.

Es hat sich gelohnt.
Aufrecht gehende Tiere, mit Händen und Sprache, kennt man eigentlich nur aus Disney-Trickfilmen und Comics.
Aber niedlich ist hier in »Mort(e)« nichts. Der Krieg der Ameisen und ihrer Verbündeten an der Oberfläche gegen die Menschen ist brutal und unbarmherzig.
Die Story, geprägt von der Suche des Katers nach seiner alten Freundin und des Rätsels Lösung ist schnörkellos und flüssig erzählt. Die Spannungskurve wird dauerhaft aufrecht erhalten, so dass es insgesamt ein eher ruhig erzähltes Buch ist, da es keine Auf und Ab gibt, was dem Lesevergnügen aber überhaupt keinen Abbruch tut.

Schnell stellt sich dem Leser und Mort(e) natürlich die Frage, was die »neuen« Tiere denn nun eigentlich noch von den Menschen unterscheidet, was erfahrene Leser natürlich an George Orwell »Farm der Tiere« erinnern wird.

Dieser beinah philosophische Überbau macht »Mort(e)« tatsächlich zu einem faszinierenden Buch, nach dessen Lektüre ich meine Haustiere (Katzen und Hund) tatsächlich mit etwas anderen Augen betrachtet habe. Bzw. etwas mehr über das Verhältnis von Mensch und Tier nachdachte.

Keine Sorge. Es ist kein radikales Plädoyer für militante Veganer und Tierschützer. »Mort(e)« ist ein spannender Fantasy-Roman mit einem originellen Setting einer spannenden Handlung und faszinierenden Protagonisten, der gut unterhält und ein bisschen zum Nachdenken anregt.

Obwohl die Story gut abgeschlossen ist, gibt es im englischen Original noch zwei Folgebände. Sollte der Luzifer-Verlag diese ebenfalls veröffentlichen, werde ich bestimmt wieder einen Blick riskieren.

Robert Repino

MORT(E)

Fantasy-Thriller

PERFECT PAPERBACK
ca. 350 Seiten
ISBN: 978-3-95835-128-8
eISBN: 978-3-95835-129-5
ERSTERSCHEINUNG: November 2016

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen