"Spiegelgrund": eine Parallelwelt voller Monster und Sinnestäuschungen, in der sich unterbewusste Ängste und Schuldgefühle manifestieren. ("Spiegelgrund" das Finale der Vakkerville-Mysteries erscheint im Herbst 2017)

Montag, 28. November 2016

Sage mir, was du liest: "Grauer Teufel"

"Grauer Teufel" von Graham Masterton

copyright: Festa Verlag


Klappentext:

"Geköpft ... ausgeweidet ... bei lebendigem Leib verbrüht. Ein bestialischer Mörder sucht die Küstenstadt Richmond im Süden der USA heim.
Der Polizist Decker Martin hätte das Wochenende gern im Bett der Frau seines Chefs verbracht - doch nun hält ihn ein Gewalttäter auf Trab, den merkwürdigerweise niemand sehen kann.
Die Spur des Unsichtbaren führt zurück in die historischen Wirren des Bürgerkriegs. Doch auch die afrikanische Santería-Religion mit ihren grausamen Ritualen scheint eine Rolle zu spielen ... "

Spannender Mix aus Horror, Mystery und Serienkiller-Thriller!


Graham Masterton ist wahrlich ein Meister des guten Horrors. "Grauer Teufel" ist so eine Geschichte, wie ich sie liebe.
Die Einführung auf den ersten Seiten liest sich noch wie der Beginn einer Liebesschmonzette, bis zu dem Moment, wo sich das erste Opfer ausversehen beim Tapezieren schneidet. Was dann abgeht, ist Horror as it best.

Die Story selbst, um den kaputten Cop mit seiner traurigen Vergangenheit, den Beziehungsproblemen und die dann folgenden Serienmorde könnten auch ein Thriller a la "Sieben" sein.

Allerdings werden die Morde hier von einem Unsichtbaren ausgeführt, der offensichtlich tief in der Santeria-Religion und dem amerikanischen Bürgerkrieg verwurzelt ist. Ein Geist? Ein von einem afrikansichen Gott Besessener? Ein Opfer des Krieges, das sich rächen will?

Der Horror der Geschichte bildet sich zunächst aus den Mysteryelementen um afrikanische Religion und Mythen, den Wunden des Bürgerkrieges und den Alpträumen des ermittelnden Cops. Wie dieser, muss der Leser einfach anerkennen, dass es Dämonen, Geister, Götter und Untote gibt. Erst dann wird es für beide möglich, das fulminante Finale als konsequentes und in sich schlüssiges Ende zu begreifen.

Spannend ist die Jagd nach einem Verbrecher, den allein nur ein Mädchen mit Downsyndrom und Anhänger der Santeria-Religion sehen können allemal.

Die Beschreibungen der Morde sind grausam, gruselig, da nicht nur die Brutalität detailliert geschildert wird. Es ist mehr das Empfinden, dass einem beim Lesen unwiderstehlich packt. Allein die Vorstellung, dass man von einer scharfen Klinge nach und nach zerschnitten wird, ohne irgendetwas von einem Messer oder einem Täter zu sehen, bescherte mir die Gänsehaut, die ich als Leser von gutem Horror erwarte.

Fazit: Übernatürlich, mysteriös, spannend, gruselig, atmosphärisch, gut geschrieben, in sich plausibel. Volle Punktzahl!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen