Dienstag, 14. März 2017

(Meine) Verantwortung gegenüber dem Leser.

Heute las ich in einer FB-Gruppe einen Post von Autor (nennen wir ihn »Melvin«) der darüber berichtete, dass ein drei Jahre altes Buch von ihm, jetzt bei einem Verlag erscheint.

Herzlichen Glückwunsch.

 (Meine Recherche ergab, dass wohl alle Leser/innen seit damals auf den 2. Teil warten)
Dann schreibt »Melvin« weiter, einer der Gründe, warum er gezögert habe, den 2. Teil zu schreiben, war, dass er die Kosten für das in Eigenregie veröffentlichte Buch von damals nicht reinbekam.«
Außerdem hofft Melvin, »dass er mit der Neuveröffentlichung genügend Fans bekommt, damit er den 2. Teil zu schreiben beginnen kann!«

An dieser Stelle möchte ich (aus meiner Sicht als Leser) den Tatortreiniger »Schotti« aus der gleichnamigen Serie zitieren:

»Waaah?«
Der 1. Teil des melvinschen Buches ist 2014 erschienen. Weil das Werk nicht so gut lief, wie Melvin sich erhofft hatte, war Melvin bockig und hat gesagt, dass er erst den 2. Teil schreibt wenn, denn dann ...? Verstehe ich das richtig?

Als Leser hat Melvin bei mir damit total verschissen. Ich werde niemals ein Buch von Melvin lesen, da ich diese Einstellung dem Leser gegenüber als total inakzeptabel finde. Was ist, wenn Melvin trotz »genügend Leute erreichen« vielleicht lieber am Swimmingpool rumhängt, als zu schreiben?

Eigentlich möchte ich Melvin zurufen:

Hey, Melvin, wenn Du mit Deinen Büchern Geld verdienen willst, dann schau in die Charts und schreibe gefälligst das, was dort drin ist. Wenn Du Dein Handwerk halbwegs  beherrschst, dann kannst Du davon sogar leben. Wenn Du allerdings Bücher schreibst, weil Du Dir (um Stephen King zu zitieren) und Deinem Leser eine Freude machen willst, dann hast Du verdammt nochmal auch die verf ... Verantwortung Deinen Lesern gegenüber (und wenn es nur 2 sind) gefälligst nachzuliefern, wenn Du ihnen einen weiteren Teil versprichst! Immerhin haben Dir diese Leser das wertvollste geopfert, was sie besitzen! Ihre Lebenszeit.

Ich (als Leser) habe so gestrichen die Schnauze voll von Serien, die nie beendet werden. Ok. Jordan starb, bevor »Rad der Zeit« fertig wurde. Im Nachhinein zum Glück, denn Brandon Sanderson schaffte das Werk zu einem genialen Abschluss, der weitaus besser war, als einige der vorherigen Bände, die Jordan noch selbst schrieb.
Da war aber auch mal so eine (sehr gute) Serie bei Festa, die Kai Meyer konzipiert und irgendein Amerikaner geschrieben hat. Nur hatte letzterer dann wohl irgendwann keine Lust mehr und sie blieb unvollendet. Ich will nicht noch weitere Beispiele nennen.

Ich finde das unverschämt!

Als Autor verspreche ich meinen Lesern, dass ich den ersten Zyklus der Vakkerville-Mysteries (also die ersten 3 Teile sind in sich abgeschlossen) definitiv zu Ende schreiben werde. Es sei denn, ich werde von der Straßenbahn überfahren, oder etwas Ähnliches.

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