"Spiegelgrund": eine Parallelwelt voller Monster und Sinnestäuschungen, in der sich unterbewusste Ängste und Schuldgefühle manifestieren. ("Spiegelgrund" das Finale der Vakkerville-Mysteries erscheint im Herbst 2017)

Dienstag, 18. Juli 2017

Sage mir, was du liest: »Skargat - Das Gesetz der Schatten« von Daniel Illger

Klappentext: »Die Nacht der Toten naht und niemand weiß, welche Schrecken die Gespensterhorde des Schwarzen Jägers bringen wird. Mykar und seine Freunde bereiten sich auf den scheinbar aussichtslosen Kampf vor. Doch in Ahekris, der fernen Hauptstadt des Kaiserreichs, regt sich ein anderer, noch weit mächtigerer Feind.

Nach dem Tod seines besten Freundes kennt Mykar nur noch ein Ziel. Rache an Rudrick von Nordwiesen. Allein begibt er sich auf eine gefährliche Reise, um herauszufinden, wie er seinen übermächtigen Feind bezwingen kann. Unterdessen finden seine übrigen Freunde Justinius, Scara und Vanice neue Verbündete in einem trotteligen Totengräber und einem Paladin, der an der göttlichen Gerechtigkeit verzweifelt. Gemeinsam versuchen sie, die Gespensterhorde des Schwarzen Jägers aufzuhalten. Doch die Zeit wird knapp – denn ein namenloses Böses drängt machtvoll in die Welt. Es wird nichts und niemanden verschonen: weder die Welt der Menschen noch jene der Spukwesen und Nachtgestalten.«



Nachdem mich Band 1 bereits derart begeistern konnte, stellte sich bei Band 2 eigentlich nur eine Frage: Kann er das auch? Die Antwort kurz und knapp: Ja!
Und zwar wie. Meine Fresse. Allein der Prolog, der vom Einzug des Bösen in diese Welt erzählt, das ist Horror-Literatur in seiner poetischsten Ausführung. Hier darf durchaus der »Große Alte« Lovecraft zum Vergleich herangezogen werden.

Insgesamt bleibt Iller sich zum Glück treu. Dieses Buch ist ein Fantasy-Buch für Erwachsene. Es ist düster, brutal, betörend schön und poetisch. Die Protagonisten sind keine schablonenhaften Gut-Böse-Typen und alle herrlich schräg, so dass auch die Humorkomponente wieder nicht zu kurz kommt.

»Das Gesetz der Schatten« ist der zweite Teil einer Trilogie, d. h. wenn der Autor den Regeln folgt, dann ist hier der Zeitpunkt, wo erstmal noch ganz viel kaputt gemacht werden muss. Und das tut er auch. Die »Gefährten« sind/werden getrennt und auch wenn es anfänglich scheint, dass ihre einzelnen Wege eher beschaulich und erholsam verlaufen ... kommt die Nacht vor der Nacht der Toten und wir bekommen einen Kampf/Überfall präsentiert, der sich gewaschen hat.

Mykar stapft zwar irgendwie immer noch teilnahmslos und ein wenig »entwicklungsverzögert« durch die Gegend, was aber weiterhin zu seiner Figur passt. Justinius übt sich im Fitnesstraining, um wenigstens jetzt ein richtiger Ritter zu werden, aber der Traum geht nicht so schnell in Erfüllung. (Denn es ist der 2. Teil einer Trilogie). Vanice wird jetzt auch noch mit so einer Art »Ordensritter« konfrontiert, die im allgemeinen natürlich immer viel besser darüber Bescheid wissen, wer wirklich böse und von Dämonen besessen ist, um die wahre Gefahr in ihrer fundamentalistischen Weltsicht konsequent zu ignorieren. Scara bekommt einen stillen Verehrer in Form eines etwas ... sagen wir mal: schlichten ... Totengräbers, was ebenfalls zum humorvollen Genuss des Lesers beiträgt.

Überhaupt, das ist eh die größte Leistung an »Das Gesetz der Schatten«. Trotz all der Düsternis, der Bedrohung, das skurrilen Humors und dem scheinbaren Zunichtemachen aller Hoffnungen ... es geht in diesem Teil ganz viel um Liebe. Und das, glücklicherweise, weiterhin frei von Romantasy oder ähnlichem Glitzer-Prinzessinnen-Feen-Quatsch. Hier gibts echten, unverblümten Sex, den ich in einer derartig poetischen Form innerhalb des Genres Fantasy gerade einmal bei Peter S. Beagle »Es kamen drei Damen im Abendrot« gelesen habe.

»Skargat 2« erfüllt alle meiner Erwartungen auf das Trefflichste und wer immer noch Vergleiche braucht. Ja, »Drei Damen im Abendrot« (auch die Erzählweise) gepaart mit den symbolträchtigen Bildern der TV-Serie »Hannibal«, einer leichten Prise Terry Pratchett und ganz viel europäischem Mythen-Hintergrund, kommen der Sache schon ganz nah.

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