Donnerstag, 11. Januar 2018

Sage mir, was du liest: "Das Versteck im Moor - Ödland 2" von Christopf Zachariae

 Klappentext: »Schrottsammler Nathan rettet Mega vor der Gefangennahme durch die Soldatenkinder. Doch wer ist der Mann ohne Gesicht? Wird er Mega helfen, oder geht von ihm Gefahr aus? Fragen, auf die es im Ödland keine Antworten gibt. Mega beschließt, dem geheimnisvollen Unbekannten zu vertrauen und seine Hilfe anzunehmen, denn sie muss im Lager der Soldatenkinder nach Ersatzteilen für den zerstörten INDU suchen.

Was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt: Die schwersten Prüfungen des Ödlands stehen ihr noch bevor.

Im Söldnertrupp wächst der Unmut. Selbst Hagens engste Gefolgsleute wissen nicht mehr, welches Ziel ihr Anführer verfolgt. Mitten im Winter ist der Haufen gezwungen, das Moor zu verlassen. Großmaul Rico nutzt die Gunst der Stunde, um eine Meuterei anzuzetteln. Wird Hagen die Rebellion verhindern und das Ruder in der Hand behalten?

Der alte Anführer ist nicht bei der Sache, denn Mega, die junge Frau mit der Tätowierung im Gesicht, geht ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Endzeit: Wer Endzeit und Dystopien liebt und Bücher mochte, wie ›Die Straße‹, ›Die Welt wie wir sie kannten‹, ›Z wie Zacharias‹, ›Malevil‹, ›Die Tribute von Panem‹, ›Die ewige Straße‹ oder Filme wie ›Briefe eines Toten‹, ›The Quiet Earth‹, ›Mad Max‹ oder Comics wie ›Jeremiah‹, ›Müll‹, ›Rain Dogs‹ oder Computerspiele wie ›Fallout‹, ›Enslaved: Odyssey to the West‹, ›I Am Alive‹, oder ›The Last of Us‹, dem sei ÖDLAND wärmstens ans Herz gelegt.«


Was für eine Steigerung! Wirklich die kompromissloseste Endzeit-Story, die ich kenne!
Auf die Handlung mag ich hier nicht weiter eingehen. Nur, wer Teil 1 gelesen hat, wird auch Teil 2 lesen wollen.

Es geht eher darum, ob das Potential ausgeschöpft werden konnte, die Erwartungen erfüllt werden konnten und wie es sich mit meinem persönlichen Verhältnis zur Protagonistin nun verhält.

Fangen wir mit dem letzten Punkt an. Mega. Ja, sie hat den behüteten Keller im doppelten Sinne verlassen. Jetzt ist sie gezwungen, sich dem Ödland, der wirklich brutalen Wirklichkeit zu stellen und Entscheidungen zu treffen, die man nicht mehr fällen kann, wenn man ein zickiges Mädchen ist. Wow!

In diesem Teil habe ich auch den Mega-Erzählstrang gern gelesen.

Die Geschichte um Hagen und seinen Trupp wird hier mit der Gegenwart vereint und bleibt genauso faszinierend, wie im ersten Teil. Weiterhin gelingt es dem Autor, mit Hagen eine Figur zu präsentieren, die derart schreckliche Dinge tut und die einem irgendwie doch sympathisch ist. Auch hier entzieht sich alles wieder sehr geschickt der ›Gut-Böse-Bewertung‹.

Mit Nathan kommt zusätzlich noch ein Protagonist ins Spiel, wie wir ihn seid ›Mad Max‹ an Endzeit-Storys einfach lieben. Der geheimnisvolle, einsame Gunman.

Außerdem wird das Rätsel um Mega (wo kommt sie her, wer ist sie, warum hat Nathan ein Bild von ihr, weshalb ist Hagen so von ihr besessen) noch vergrößert, was die Spannung erheblich anhebt und auf die Folgebände warten lässt.

Der vierte Band wird derzeit mit »eine der intensivsten, kompromisslosesten und spannendsten Endzeit-Reihen« beworben. Zu Recht!

Das Szenario ist gut durchdacht und in sich plausibel. Z.B. die immer wieder beschriebenen Unmengen an Plastikmüll, die das Ödland zieren.
Darüber hinaus ist es eine Geschichte, in der dem Leser nichts erspart bleibt. Es wird gefoltert, es werden Menschen gegessen und dennoch ist es hier nie der bloße Selbstzweck oder gar die splatterhafte Inszenierung aus Spaß am Schock. Im ›Ödland’ Szenario macht das halt alles wirklich Sinn und es stellt unsere Fähigkeit, Menschen anhand ihrer Handlungen (wenn man sie eben im Kontext betrachtet) zu beurteilen, mehr als einmal wirklich auf die Probe.
Das ist einfach ganz große Autorenkunst. Dafür erzählen wir uns immer wieder neue Geschichten!

Allein dafür gibt es diesmal die volle Punktzahl.

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