Montag, 29. Januar 2018

Sage mir, was du liest: "Die Fabrik am Fluss - Ödland 3" von Christoph Zachariae

Klappentext: In der Fabrik am Fluss trifft Mega ihren Freund Mark aus dem Keller wieder. Der INDU-Pilot hat sich durchgeschlagen und wurde von der Enklave aufgenommen. Was die Beiden nicht ahnen: In den Salzstollen unter dem alten Förderturm lagern unsichtbare Gefahren.

Während sich Mega in Sicherheit glaubt, bricht im Ödland der Winter an. Hagens Männer kämpfen sich durch die ersten Schneestürme. Sie wollen die Fabrik erobern und hier Quartier beziehen. Selbst für Söldner keine leichte Aufgabe, denn vor den Toren wartet das Wolfsrudel.

Mega und Hagen treffen erneut aufeinander und das Schicksal nimmt seinen Lauf. Die junge Frau ist noch nicht am Ziel und die Prüfungen, die sie diesmal zu meistern hat, stellen alles in den Schatten, was sie bisher im Ödland durchmachen musste.

Spannend geht es weiter. Das ÖDLAND bleibt ein Ort voll tödlicher Gefahr und dunkler Romantik.

Ewiger Winter. Endlose Stille. Willkommen zurück. Willkommen im ÖDLAND.


Die Ödland - Reihe gehört weiterhin zu den besten Werken innerhalb der deutschen Endzeit-Geschichten.
Christoph Zachariaes Stärken zeigen sich besonders in seinen Figuren und dem ständigen Verwischen des Gut-und-Böse-Schemas. Geschickt spielt er mit den Sympathien, Antipathien und Erwartungen des Lesers.

Freund und Feind sind viel zu simple Kriterien, die in einer Welt wie dem ›Ödland‹ jede Bedeutung verloren haben. Es geht nur um das nackte Überleben. Der Mensch ist ein Raubtier und immer wieder wird das Handeln des Homo sapiens in Frage gestellt.

Das Geheimnis um Mega und ihre Herkunft wird ein wenig gelüftet. Hagens und auch Nathans Interesse an ihr, werden ebenso etwas erhellt. Es werden neue Bündnisse geschmiedet und für die Romantiker unter den Lesern gibt es sogar eine ganz kleine ›Dreiecksbeziehung‹ die ein wenig an ›Die Tribute von Panem‹ erinnert. (Für wen der beiden ›Verehrer‹ wird sich die weibliche Hauptfigur entscheiden?)

Der dritte Teil hat deutlich mehr Seiten als die Vorgänger und hier liegt für mich auch eine klitzekleine Schwäche.
Immer wenn der Autor seinen Weltenentwurf beschreibt, verliert er sich für meinen Geschmack ein wenig zu sehr im Detail. Zugunsten der Plausibilität der verschiedensten Überlebensformen und Gesellschaften (Fabrik, Fähre, Keller ...) verzichtet er in diesen Abschnitten auf das berühmte »Show don’t tell!«.

Hier habe ich dann oft nur noch quer gelesen. Für mich ist das Genre ›Endzeit« innerhalb der ›Fantasy‹ einzuordnen, weshalb ich auf bestimmte, existenziell erscheinende Fragen oder Erklärungen zugunsten einer stringenten Handlung gerne verzichte.

Beispiel: »Mad Max – Der Vollstrecker«. Für die Geschichte, die in diesem Film erzählt wird, ist die Frage völlig unwichtig, warum sich in einer Wüstenlandschaft ständig bis auf’s Blut um Benzin geprügelt wird, während die Versorgung mit Trinkwasser keinerlei Probleme darzustellen scheint.


Eine solche ›Reduzierung‹ auf die Handlung hätte mir bei ›Ödland‹ auch besser gefallen. Aber das ist Jammern auf ganz hohem Niveau.

Ich bleibe dennoch auf die abschließenden beiden Teile gespannt. Lasse mich gerne weiterhin von den ambivalenten Charakteren überraschen und sehe begierig der Auflösung im Megas Herkunft und die Verstrickungen mit einigen anderen Protagonisten entgegen.

Vier von fünf Sternen.






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