Samstag, 17. Februar 2018

Sage mir, was du liest: "Batman - Arkham Asylum" von Marv Wolfman

Klappentext: ›Der Joker ist tot und Gotham City versinkt im Chaos, denn die kriminellen Organisationen der Stadt versuchen nun fieberhaft, die Lücke zu schließen, die das Hinscheiden des Clownprinzen des Verbrechens hinterlassen hat. Als Scarecrow damit droht, eine hochgiftige Substanz freizusetzen, die Tausende das Leben kosten könnte, bricht unkontrollierbare Panik aus. Batman versucht alles, den Wahnsinnigen in letzter Minute zu stoppen, als plötzlich einer neuer Spieler auf dem Feld erscheint: Der Arkham Knight – und es scheint fast so, als wüsste er alles über Batman und seine Verbündeten …“


Videogames erzählen mittlerweile oft die besseren Geschichten. Als exemplarische Beispiele sollen hier nur ›Silent Hill‹ und ›Final Fantasy‹ genannt werden.

Außerdem bin ich seit frühester Kindheit ein großer Comic-Fan und von allen sog. ›Superhelden‹ war mir ›Batman‹ immer der Liebste.

Da mir zum Durchspielen eines Games schlichtweg die Zeit fehlt, griff ich alternativ zum o. g. Buch, dass immerhin als ›offizieller Roman zum Videogame‹ bezeichnet wird. (Die ›Arkham Reihe‹ gilt ja als Meilenstein unter den Spielen)

Kann die Story, kann vor allem eine Batman-Geschichte ohne die Bilder funktionieren?
Überraschenderweise: Ja!

Die Figuren sind dem Leser eh alle bekannt und hier tauchen sie eigentlich fast alle auf. Der Autor braucht keine großartigen Beschreibungen ihres Äußeren, dem Fan (nur ein solcher wird wohl zu diesem Buch greifen) stehen die Erscheinungen des Jokers, Scrarcrows, Poison Ivys, James Godens, Robins, Nightwings usw. eh vor dem inneren Auge. Selbst dem Unbewanderten oder Vergesslichen zeigt Wolfman bei allen Protagonisten kurz ihre Backstory und bei den Hauptfiguren vor allem immer aktuell ihre Motivation auf. Dies ist sicherlich der größte Reiz der Geschichte in Buchform, da ich denke, dass vor allem die Charakterzeichnung im Game nicht so ausgeprägt sein dürfte.

Neben der actionreichen Handlung, schafft es Marv Wolfman vor allem, einen Batman zu zeigen, wie ich ihn liebe. Den zweifelnden, immer auf der Grenze zwischen Gut und Böse entlang tänzelnden Rächer, der nie ein strahlender Superheld ist. Sondern sein Handeln und seine Motive ständig hinterfragt, mehr als einmal von Selbstzweifeln geplagt wird. Verstärkt wird dies im Szenario von ›Arkham Knight‹ durch [kleiner Spoiler] die Tatsache, dass die Fledermaus das Blut des Jokers in sich trägt und natürlich dem Angstgift Scarecrows.

Hier verschwimmen ständig die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit und der Joker als Toter, als Erscheinung oder eben doch Teil Batmans, die andere Seite der Medaille ist großartig dargestellt. Hier macht die Lektüre unheimlich viel Spaß.

Das eine Batman-Geschichte mittlerweile eh düstere Grundzüge aufweist, ist spätestens seit Frank Millers Neubelebung (›Die Rückkehr des dunklen Ritters‹) obligatorisch.

So erwartet den Leser, auch den, der das Videospiel und/oder die zwei Vorgänger nicht kennt, eine unterhaltsame, spannende Geschichte, mit allem, was das Superheldengenre zu bieten hat. Einen einzelnen Kämpfer, der dann doch immer wieder Unterstützer findet und der natürlich alles mögliche (Schusswunden, gebrochene Nase u.ä.) spielend wegsteckt. (Kein Vergleich zu dem doch übertriebenen Selbstheilungsprozess des gebrochenen Rückgrats in Nolans ›Dark Knight Rises‹)
Einen Haufen illustrer Gegner, den einen oder anderen Twist und einen Schluss, der noch einmal mit einer wunderbaren Pointe aufwartet.
Viel Atmosphäre und eine gute Beschreibung des Settings.
Alles in sich schlüssig, die wenigen Brüche oder Fragen, die sich auftun, (falls man die Vorgeschichten nicht kennt, so wie ich) sind gering.

Insgesamt ist ›Arkham Knight‹ natürlich kein literarisches Meisterwerk. Das habe ich auch nie erwartet. Es ist solide, handwerklich gute Kost, die ein paar unterhaltsame Stunden beschert. Mich dennoch dazu bewegt, lieber wieder zu dem einen oder anderen Comic aus dem Batman-Universum zu greifen, da mir die gezeichneten Bilder Gothams und seiner Protagonisten doch lieber sind.




Saubere 3 Sterne.

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