Dienstag, 6. März 2018

Hundeleben - Konsequenz

In unserer Gegend gibt es mehrere Hundevereine, die auch Hundeschulen auf ihrem Gelände anbieten.

Letztens joggte ich, diesmal ohne meinen Hund, an einer dieser Trainingseinheiten außerhalb des Platzes vorbei.

Aufgabe war offensichtlich, dass der Hund, seinen am Ende hinter einer spanischen Wand versteckten Besitzer findet.

Ein ziemlich großer Hund lief die ganze Zeit mit mir parallel am Zaun. Bellte und knurrte mich dabei höchst aggressiv an. Als er in seiner Verfolgung des bösen Joggers am Ende des Zaunes ankam, stieß er dort – welch Überraschung – auf seine, hinter der Wand versteckte Besitzerin. Die ihn natürlich sofort ausgiebig für das »Finden« lobte und begrüßte.

© Pixabay

Ich freue mich wirklich darauf, dieser Frau mit ihrem, dann sicherlich nicht angeleinten Hund, außerhalb des Platzes beim Joggen zu begegnen.
Müßig zu erwähnen, dass auch keine der anderen auf dem Trainingsplatz anwesenden Personen, das Verhalten des Hundes in irgendeiner Art kritisierte.

»Aber vielleicht haben die sich alle nur gefreut, da er sonst total ausrastet.«

»Es gibt ja auch Hunde, die betrachten einen Hundeplatz als ihr Territorium und verteidigen es.«

»Vielleicht ist der ja draußen ganz anders.«

Diese Reaktionen sind schöne Beispiele für »nicht konsequentes Erziehen«.

Die Frage ist doch, möchte ich als Besitzer, dass mein Hund einem Jogger bellend hinterher rennt oder ihn »begleitet«?

Wenn ja, dann ist an der oben beschriebenen Übung natürlich nichts auszusetzen.

Wenn die Antwort allerdings »Nein« lautet, was sie auf Grund der üblichen Gefahrenverordnung so ziemlich aller Gemeinden in Deutschland und auf Grund der Höflichkeit/des Respektes lauten sollte ... dann ...

Der Hund wird nie verstehen, warum er einen vorbeirennenden Jogger nicht anbellen darf, wenn er in der einen Situation dafür gelobt wird (siehe Beispiel oben) und in der anderen Situation (wenn er dann draußen ist usw.) nicht.

Das einfachste Spiel zum Thema »Konsequenz« ist die »Komm-Übung«. Einfach zu Hause, im Garten, beim TV ... alles ist entspannt. Der Besitzer, die Besitzerin ruft den Hund. Freundlich. Lockend. Er kommt aber nicht, weil es in seinem Schlafplatz gerade so gemütlich ist. 

©Serkalow

Sein Besitzer/seine Besitzerin denken sich, na ja, muss ja jetzt auch nicht und geben auf.
Warum soll dieser Hund in einer potentiellen Gefahrensituation auf das Kommando (das dann auf Grund der Gegebenheiten meist noch hysterisch, hektisch gar aggressiv angewandt wir) reagieren?
Er hat doch gelernt, dass er selbst entscheiden darf, wann er auf dieses Kommando reagiert und wann nicht.

Wenn ich also ein bestimmtes Verhalten bei meinem Hund nicht möchte, dann muss ich es auch JEDESMAL unterbinden.


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