Dienstag, 15. Mai 2018

Sage mir, was du liest: »Firefight – Die Rächer Bd. 2« von Brandon Sanderson

Klappentext:

»Gegen Tyrannen aus Stahl braucht man ein Herz aus Feuer

Steelheart, der scheinbar unbesiegbare Tyrann des ehemaligen Chicago, ist tot – besiegt von David und den Rächern. Nun klafft dort, wo in David jahrelang der Wunsch nach Rache gebrannt hat, ein Loch, und er braucht endlich Antworten auf seine Fragen: Wo kommen diese sogenannten Epics her, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten? Was macht sie so grausam? Und gibt es eine Zukunft für Davids Liebe zu einer von ihnen – zu Firefight? Eine abenteuerliche Reise quer durch Amerika beginnt.«



Die Frage, die sich mir beim Lesen eines mittleren Teils einer Trilogie stellt, lautet: Ist er »nur« der Übergang zwischen Exposition und Finale? Nach den Regeln der 3. Akt-Struktur also die »Eskalation«? Oder gelingt es ihm sogar, die Erwartungen, die ein guter Erster Band geweckt hat zu erfüllen? Vielleicht sogar zu toppen?


Was die »Rächer« Trilogie z.B. mit der »Mistborn« Reihe von Sanderson gemeinsam hat ist, dass jeder Teil zunächst einmal in sich abgeschlossen ist. Also ohne die sonst so beliebten Cliffhanger endet.

»Steelheart« war bereits eine gut in sich abgeschlossene und eigenständige Geschichte. Ähnlich dem ersten Teil der »Matrix«-Filme. Kann man weiter erzählen, muss man aber nicht. Denn es birgt Risiken. Wiederholt man sich? Sind die nächsten Teile nur ein lauwarmer Aufguss? (Wie es in meinen Augen leider bei den »Matrix«-Filmen ist.)

Brandon Sanderson überrascht mich nicht wirklich, wenn es ihm mit »Firefight« tatsächlich gelingt, eine konsequente, spannende und durchaus überraschende Weiterentwicklung seiner Story zu erzählen. Er ist einfach ein viel zu begnadeter Geschichtenerzähler und handwerklich viel zu versierter Autor.

Selbst wenn man, so wie ich, den Klappentext des abschließenden Bandes »Calamity« kennt und somit der Twist in »Firefight« kein wirklicher mehr ist. Die Idee hinter den Epics hat zuviel Potential, als das jemand wie Sanderson es verschenken könnte.

In »Firefight« gibt es einen neuen Schauplatz, der ebenso großartig ausgearbeitet ist, wie alle Weltenentwürfe aus Sandersons Feder. Es gibt nicht einfach »nur neue Epics«. (Allein der Typ, der irgendwie in den Pflanzen lebt und über die Zettel in Glückskeksen kommuniziert ... Whow!)
Auch in diesem Teil der Geschichte stellt der Autor wieder die Frage nach der Einordnung der Begriffe »Gut« und »Böse. Nach dem, was uns als Menschen ausmacht. Erschafft somit dreidimensionale Charaktere, deren Motivation der Autor, teilweise die Figuren sogar selbst, immer wieder hinterfragt. (Das ist mehr als das bloße: »Ich muss den Ring nach Mordor bringen und er ist so schwer!« Ding.) Dies ist beinahe schon typisch für Brandon Sanderson, ist aber genau das, was ihn aus dem Einheitsbrei der Fantasy hervor hebt.

Selbst die sich zart entwickelnde Romanze im Leben des Ich-Erzählers und Hauptprotagonisten ... etwas, dass mich sonst vom Lesen vergleichbarer Werke abhalten würde, da ich mich dafür mittlerweile einfach zu alt fühle ... selbst diese machte mir beim Lesen Spaß. Auch gehöre ich zu den Lesern, die die Humorkomponente (Wettbewerb um die schlechtesten Metaphern der Welt!) genießen können. Apropos Humor: Die Kommentare, die eine weibliche Figur bei einer Lagebesprechung der Kämpfer an ein Flipchart schreibt, erinnerten mich auf angenehme Art an Lucy Moran aus »Twin Peaks«.

Fazit: Alles in allem eine runde Sache. »Firefight« ist wieder eine spannende Geschichte, in einem gut ausgearbeiteten Setting, mit glaubwürdigen Protagonisten. Mit einem guten abgerundeten Schluss ohne Cliffhanger, der genügend Erwartungen auf Bd. 3 weckt.

5 Sterne

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