Donnerstag, 23. August 2018

Sage mir, was du liest: »Judas Goat« von Greg F. Gifune

Klappentext:

Seit über zwanzig Jahren hat Lenny Cates nichts mehr von seiner alten College-Flamme Sheena gehört. Ihre Romanze war so stürmisch wie kurz gewesen, und so wundert es ihn ein wenig, als er von ihrem plötzlichen Ableben erfährt und feststellen muss, dass sie ausgerechnet ihm ihr gesamtes Anwesen vererbt hat.
Neugierig darauf, die letzten Tage vor ihrem tragischen Tod aufzuarbeiten, taucht Lenny in Sheenas Leben ein, welches am Ende von Einsamkeit, Depressionen und Experimenten mit Schwarzer Magie gekennzeichnet war.
Schnell muss Lenny feststellen, dass Sheenas Tod etwas Unersättliches und Dämonisches wachgerüttelt hat: eine Wesenheit, so alt wie die Menschheit selbst. Geduldig lauert sie in dieser kleinen Stadt, in der die Schrecken der Vergangenheit niemals vergessen sein werden, wo das Leid ewig währt und nichts so ist, wie es den Anschein hat.


Eigentlich ist dies ja eher eine Rezension über:

Stephan Waldscheidt »Spannung & Suspence«. (Ich lese Waldscheidt ja immer wieder sehr gerne, um eigentlich bekanntes Wissen aufzufrischen und es dann in die Tat umzusetzen.)
Warum?
Da ich diesen Ratgeber gerade lese, führt er mir ziemlich deutlich vor Augen, was an »Judas Goat« nicht so ganz rund läuft.

Atmosphärisch durchaus dicht, spannend und mit einem angemessenen Grusel erzählt, ist die Geschichte allerdings  ziemlich spannungsarm. Was einfach daran liegt, dass der Leser nicht mit dem Protagonisten mitfiebern kann, da für diesen absolut nichts auf dem Spiel steht.
Er hat ein Sch ... Leben, fährt unmotiviert zu diesem Haus, das er geerbt hat, obwohl ihm nicht klar ist warum, erinnert sich ein wenig an die Frau, die ihn als Erbe eingesetzt hat ... es gibt seltsame und mysteriöse Vorkommnisse (das ist die gut geschriebene Atmosphäre, mit ein paar guten Ideen, Spiegel etc.) aber eben keine Gefahr in dem Sinne für den Protagonisten.
Für ihn steht nichts auf dem Spiel.
Nicht seine körperlich Existenz, nicht einmal seine geistige Gesundheit, da er selbst die gruseligen Vorkommnisse im Haus und drum herum, mit einer seltsamen Gleichgültigkeit zur Kenntnis nimmt.
Eine Teilnahmslosigkeit, die sich so auch auf den Leser überträgt.
So plätschert die Geschichte leider irgendwie dahin und am Ende ist es dem Leser egal, ob Lenny dem Grauen nun entkommt, dem Geheimnis auf die Schlichte kommt, sich seinen Erinnerungen stellt oder nicht.

Gute Bilder, handwerklich solide erzählt, leider kein Mitfiebern mit dem Protagonisten erzeugend und somit eher laue Handlung.

Kein Meisterwerk aber auch kein totaler Griff ins Klo. Kann man für den Preis durchaus mal lesen.

3 Sterne

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