Dienstag, 25. September 2018

Autorendasein: "Nachtjäger – vom Schreibkurs zur Horror-Western-Serie."

Alles begann damit, dass ich auf Grund äußerer Lebensumstände knapp 6 Monate nicht zum Schreiben kam.
(Gut, ich hätte auch sagen können, stell dich nicht so an, du wolltest das professionell machen, andere gehen in so einer Situation auch weiter arbeiten ... blablabla ... hab ich nicht!)
Als sich unser Leben wieder soweit sortiert hatte, dass ich mit dem Schreiben weitermachen konnte, wollte, sollte ...

Stellte sich zunächst ein neurologisches/psychologisches Problem dazwischen:

Das menschliche Gehirn benötigt ca. 6 – 8 Wochen, um etablierte Verknüpfungen aufzulösen und neue zu schaffen.
Sprich: Liebgewonnene Gewohnheiten zu ändern, dauert bis zu 2 Monaten. Ich kann das bestätigen! Als ich mit dem Joggen angefangen habe, dauerte es 8 Wochen, bis ich den Punkt erreicht hatte, nicht jeden Morgen gegen tausend Ausreden anzukämpfen, um loszulaufen zu können.
Übrigens scheitern die meisten Neujahrsvorhaben und Diäten genau daran. Die Leute halten die 2 Monate nicht durch.

Mein Hirn war jetzt also seit 6 Monaten gewöhnt, im Tagesablauf keine Routine zum Schreiben zu haben.
Dennoch war ich wild entschlossen.


Ich schrieb auf Zetteln, in Notizbücher und in meinem geliebten Papyrus. Ideen, Plotskizzen, Figurenentwürfe gab es genug.
Viele davon hatten auch ihren Platz in »Vakkerville«. Eine Bonusstory, die vor der Trilogie spielt, eine indirekte Fortsetzung Jahre später ... alles toll, nur alles hatte einen gewaltigen Haken.
Die Sachen waren zu umfangreich, um baldigst zu einem Ergebnis zu kommen und damit extrem demotivierend.

Man lernt in jedem Workshop, dass man sich lieber kleinere Ziele setzen solle, weil nichts mehr motiviert, als eben das Erreichen von Zielen. Mir nutzten Schreibziele vom nächsten 1500 Seiten Roman nichts, da die frühestens in einem bis zwei Jahren veröffentlichungsreif sein würden.

In diesem eher frustrierenden Zustand las ich zufällig einen Artikel darüber, dass sich der analoge (aber mittlerweile auch der digitale) Groschenroman heutzutage immer noch recht gut verkauft.

Ich hatte schon immer großen Respekt vor den Autoren hinter diesen sog. Heftromanen. Ähnlich Drehbuchautoren müssen sie sich an Deadlines halten, das Warten darauf, dass die Muse einen küsst, funktioniert hier nicht.

Vor allem reizte mich, die Beschränkung auf eine recht übersichtliche Wortanzahl, denn hier lag nahe, dass ich das Ziel schneller erreiche und mich somit besser motivieren konnte, um zügiger eine Arbeitsroutine zu entwickeln.

Ich kenne einen dieser Autoren, Florian Hilleberg, der unter dem Namen Ian Rolf Hill für »John Sinclair« und »Maddrax« schreibt. Von ihm holte ich mir die notwendigen Eckdaten. Ein Heftroman bei Bastei-Lübbe hat ca. 25 000 – 30 000 Worte.

Ein Ziel, das zu erreichen sein sollte.
Joshua Three, der ein offensichtlich sehr produktiver Selfpublisher ist, schrieb mal irgendwo auf Facebook, dass sein Tagespensum 3 000 – 5 000 Worte sind.

Ich beschloss, es zunächst bei 1 500 – 3 000 zu belassen.

Nun musste noch eine Story her.

Hier kamen verschiedene Einflüsse zusammen:

Ich las vor einiger Zeit das wirklich großartige Comic »Priest«, das leider unvollendet ist. Meiner Meinung nach u.A. auch, weil sich der Autor in der Story total verzettelt hat. Aber die Grundidee, die übrigens nichts mit dem Film zu tun hat, finde ich immer noch grandios:
Das Vermischen der Genres Western und Horror, mit einer sehr ambivalenten (untoter, von Rache getriebener Priester) Hauptfigur.

Ebenfalls lese ich die Comic-Serie »East of West« (leider nur die ersten drei Bände auf Deutsch erschienen). Neben dem dortigen Genremix faszinierten mich am meisten die Figuren Crow und Wolf (beides indianische Gestaltwandler) und Death (einer der vier apokalyptischen Reiter hier als Revolverheld dargestellt).

Auf der Homepage des Autoren Robert Mc Cammon, von dem ich gerade den grandiosen ersten Band der »Mathew Corbett« Reihe las, entdeckte ich, die Reihe: »I Travel by Night« wo es um einen Vampir im Wilden Westen geht.

Neben den o.g. Einflüssen kann ich auch einen deutlichen Bezug zu Karl May nicht verleugnen. Ich habe ihn früher gerne gelesen und irgendwie reizte mich die »Buddie-Konstellation« mehr, als der mythische Einzelkämpfer wie bei »Priest«.

Dieses Kumpelding ist mir nur bei May zu pathetisch. Herrlich karikiert von Bully Herbig: »Mein Bruder! Mein Bruder! Mein Bruder!«

Beim Joggen hatte ich dann mit einem Mal eine Szene vor Augen, welche die perfekte erste Szene einer Geschichte bildet. Das Setting und die Hauptfiguren werden eingeführt und der Leser mit einem ordentlichen Haken zum Weitermachen geködert.

Zu Hause angekommen, schrieb ich diese zunächst auf, dann machte ich mich an das Plotten der gesamten Story.

Mit der o.g. Wortvorgabe war es dann auch mit einem Mal kein Kunststück mehr, anhand der von mir geliebten 3-Akt-Struktur eine Geschichte zu plotten. Eine Story, die in sich geschlossen ist, allerdings auf Grund ihrer Hauptfiguren und des Settings genügend Raum für jede Menge Fortsetzungen gibt.

Allein meine Charakterbögen für die beiden wichtigsten Protagonisten und ihre (im ersten Band noch gar nicht alle in Erscheinung tretenden) Antagonisten sind mittlerweile ziemlich umfangreich.

So dass sich, allein auf Grund dieser Struktur – eine abgeschlossene Geschichte in ca. 25 000 Wörtern zu erzählen, darüber einen roten Faden mit Platz für ... sehr viele weitere Geschichten ... die nächsten Teile beinahe wie von selbst plotteten.

Mittlerweile ist die Rohfassung des ersten Teils geschrieben. Ich habe für Band 1 und Band 2 die Cover anfertigen lassen. So etwas motiviert mich auch immer noch ungemein.

Und so befinde ich mich wieder in einer sehr guten Arbeitsroutine.
Ich überarbeite gerade Band 1, plotte nebenbei Band 3 und 4, beginne die Rohfassung von Band 2 und wenn ich mit Band 1 soweit bin, geht dieser ins Lektorat. Währenddessen wird Band 2 überarbeitet, kommt Band 1 aus dem Lektorat zurück, geht es hier an den Feinschliff usw.

Ich kann jetzt noch nicht sagen, ob ich einen monatlichen Rhythmus anstrebe, wie ihn diverse Serienkollegen betreiben.
Dazu habe ich noch nicht den vollständigen Überblick aber ich denke, es sollte möglich sein.

Mein absoluter Traum ist ja derzeit, dass eines Tages vielleicht andere Kollegen_Innen an der Serie mitschreiben.

Doch das liegt noch in weiter Ferne.

Im Moment kann ich nur sagen:

Es war einmal im Wilden Westen ...
Der Vampir Louis Royaume und sein indianischer Freund, der Gestaltwandler Ghostwolf ziehen auf der Jagd nach Dämonen, Untoten, Zombies, Wendigos und anderen Höllenkreaturen durch die Grenzlande.
Gemeinsam sind sie die »Nighthunter«.


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