Freitag, 21. September 2018

Sage mir, was du liest: »Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal Teil 1 & 2« von Robert McCammon

Klappentext:

»1699 in den Carolina-Kolonien Amerikas …

Die Einwohner von Fount Royal sind überzeugt, dass eine Hexe für die unerklärlichen Tragödien in ihrem Dorf verantwortlich ist. Sie verlangen, dass die schöne Witwe Rachel Howarth vor Gericht gestellt und wegen Hexerei hingerichtet wird.
Der Prozess wird vom reisenden Richter Isaac Woodward mithilfe seines scharfsinnigen jungen Gerichtsdieners Matthew Corbett geführt.
Matthew glaubt an Rachels Unschuld und muss sich bald dem wahren Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht …

»… eine herausragende Geschichte, fesselnd und voller Spannung …« [Stephen King].«


Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Einerseits hat es mich total gereizt, aber irgendetwas schreckte mich auch immer wieder ab.

Da ich den ersten Band der Geschichte irgendwann als Rezensionsexemplar vom Luzifer-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen hab, konnte ich mich nicht mehr rausreden.

Und habe ich es bereut?

Ganz klar:
Nein!

»Matthew Corbett« ist ein äußerst spannender und vergnüglicher Historienkrimi, mit wunderbarer Atmosphäre, einem großartigen Plot, fantastischer Sprache (Kompliment an die Übersetzerin) und hervorragend ausgearbeiteten Figuren.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, oder?


Die Geschichte um: »Matthew Corbett« ist vom Autor als Serie angelegt, weswegen der erste Band, zunächst einmal »nur« die Figur und das Setting einführt. Dies allerdings bereits grandios und alle Register ziehend.

So weiß man z.B. über lange Zeit nicht, wohin die Reise wirklich gehen wird, welches Genre der ehemalige Horrorautor hier wirklich bedienen will: Mystery, Horror, Historienkrimi, vielleicht sogar ein wenig Abenteuerroman a la J.F. Cooper?

Doch nach und nach wird klar, dass Robert McCammon mit Matthew Corbett einen neuen Ermittler ins literarische Rennen schickt, der es durchaus mit Sherlock Holmes oder Hercule Poirot aufnehmen werden wird.

Ähnlich diesen Vorbildern arbeitet Corbett rein logisch und deduktiv und findet z.B. die Lösung des Falls vor einer Versammlung aller wichtiger Protagonisten statt.

Bis dahin erwartet den Leser ein Abenteuerschmöker, der nicht nur durch den eigentlichen Kriminalfall spannend unterhält, sondern vor allem der o.g. Frage. Denn durch die großartige Sprache, die Atmosphäre und das handwerkliche Können des Autors, gelingt es ihm tatsächlich, all die verschiedenen Genre gekonnt zu einem in sich stimmigen Roman zu vereinen.

Da sein Protagonist hier die erste Phase seiner Entwicklung durchläuft, könnte man neben Krimi, Mystery, Horror, Indianergeschichte, Thriller, Historienabenteuer auch noch Coming-Of-Age nennen.

Insgesamt also eine wirklich unterhaltsame Lektüre, bei der ich mich keinen einzigen Satz lang gelangweilt habe.


Zum Schluss möchte ich noch kurz erläutern, warum ich die in deutsch erschienenen beiden Teile in einer Rezension zusammenfasse.

Es ist offensichtlich, dass das Werk nie als Zweiteiler geplant war und im englisch-sprachigen Raum auch nicht als solcher veröffentlicht worden ist.

Dennoch halte ich es hier nicht für »Geldmacherei«, da es sich beim Luzifer-Verlag um einen eher kleinen Genre-Verlag handelt. Mir sind die Kosten für Lizenzen solcher Bücher durchaus bekannt und gerade kleine Verlage (wie z.B. auch Festa in der Vergangenheit) gehen damit oft ein Risiko ein, dass sie an die Grenze des finanziellen Ruins bringen kann. Hinzu kommen dann noch Übersetzer- und Lektoratskosten. Hier hat der Luzifer-Verlag wirklich gute Arbeit geleistet.

Insofern denke ich, wem die beinahe schon bibliophil zu nennende (zumindest vom Gesamtpreis) zweiteilige Hardcoverausgabe (aus nachvollziehbaren Gründen) zu teuer ist, der soll bitte unbedingt zur Ebook-Variante greifen.
Diese hat einen vernünftigen Preis und ich hoffe nur, dass die Reihe erfolgreich genug ist, dass der Luzifer-Verlag die Veröffentlichung fortsetzt. (Was sich ja abzeichnet, da zumindest der zweite Fall für Mathew Corbett schon veröffentlicht ist.)


5 Sterne

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