Donnerstag, 11. Oktober 2018

"Apachengold am Pulverfluss" oder "Wieso schreiben Sie eigentlich (gerade das)?"

Eine Standardfrage, die man Autoren immer wieder stellt, lautet: Wieso haben Sie eigentlich angefangen zu Schreiben?

Eine Antwort, die oft gegeben wird, lautet: »Ich wollte einfach das schreiben, was ich gerne selber lesen würde.«


Irgendwie fand ich die immer etwas platt, bis ich angefangen habe, über die Entstehungsgeschichte und den weiteren Werdegang meiner Serie »Nighthunter« nachzudenken. (Ja, es wird eine Serie! Momentan bin ich an Teil 2 dran, Teil 3 ist grob geplottet ...)

Da fiel mir auf, dass das doch tatsächlich voll und ganz auf mich zutrifft.
Die »Vakkerville-Mysteries« habe ich geschrieben, weil ich eigentlich »nur« weiter so etwas lesen wollte, wie »Niceville«. Oder so etwas lesen wollte, wie »Twin Peaks« es als TV-Serie/Event war/ist. Da ich nichts fand, musste ich es eben selbst schreiben.

Ich bin ja in der DDR aufgewachsen. Die dort herrschende Mangelwirtschaft, erzeugte eine wahnsinnige Kreativität und diese zog sich durch alle Bereiche. Das betraf dann nicht nur die selbstgebastelten Gimmiks, wie Campingeigenbauten für das Dach des Trabis oder ähnliches, sondern auch den künstlerischen Bereich.

Was man nicht bekam, machte man eben selbst! Ich erinnere mich, dass ich in einer West-TV-Zeitschrift eine ganzseitige Anzeige für eine Zeichentrickserie auf VHS-Kassetten, namens »Captain Harlock« sah. »Captain Future« war mir bekannt, den konnte ich ja im Westfernsehen schauen. Doch »Captain Harlock« faszinierte mich so sehr, dass ich aus den wenigen Infos und Bildern, die diese Werbeanzeige hergab, meine eigene Bildergeschichte kreierte. Ich gab dem Protagonisten einen Background, schuf neue Charaktäre, kreierte eine ganzes Universum ... alles, ohne es natürlich so zu benennen. Ich will nicht sagen, dass meine Story und vor allem meine Zeichnungen toll waren. Ich war ein Kind. Aber es hat, soweit ich mich erinnere, höllisch viel Spaß gemacht.

Eine meiner ersten Geschichten, die ich schrieb, hieß: »Apachengold am Pulverfluss«. Ich erinnere mich noch gut an das linierte A4-Schreibheft, in die ich diese mit Füllfederhalter hinein kritzelte. Geschuldet war diese Geschichte dem damals noch verbotenen – oder eben einfach nicht erhältlichen – Karl May. Ein Nachbar in unserem Wohnhaus hatte mir seine wenigen Karl May Bücher geliehen, die seine Familie besaß. Alle noch in alter Frakturschrift, so dass ich diese extra dafür lesen lernte.
Vor allem wollte ich aber mehr davon lesen. Da er eben nicht alle hatte, schrieb ich meine eigene Karl-May-Variante. Natürlich nicht mit Winnetou und Old Shatterhand. Das war mir dann tatsächlich auch als Kind sogar zu platt.

Ich schuf natürlich neue Figuren.

Im Grunde mochte ich schon immer Western. Allerdings ist meine Vorstellung von Western durch folgende »Nicht-Western« geprägt.

Zunächst einmal die eher als Abenteuergeschichten einzustufenden Karl-May-Bücher. Dann natürlich die DDR-Indianerfilme/Bücher, die ein ideologisch bedingt unrealistisch positives Bild der Natives zeigten und vor allem, die überzeichnete, ja märchenhafte Darstellung in den Italo-Western. (»Once Upon A Time in the West«, so der originale englische Titel von »Spiel mir das Lied vom Tod« trägt das ja schon in sich.)

Das Ganze paarte ich für »Nighthunter« eben mit einem Hauch »Gothic Novel« (Vampire und so) und einer Prise Fantasy.

Ja, die »klassische« Fantasy spielt irgendwie immer im Mittelalter und auch die moderne Variante »Urban Fantasy« hat dennoch immer dieses »Elfen und Ritter« Ding in sich. Das langweilt mich mittlerweile.

Wenn ich mir allerdings den Zusammenprall der Weißen mit ihrer Technik und den Natives mit ihrem spirituellen Weltbild hernehme ... ich stelle mir ein Szenario vor, dass die Schamanen der Stämme eben ähnlich den Elben in der »Mittelalter-Fantasy« wirklich Magie beherrschen können. Das es Gestaltwandler und Wendigos gibt. Dass die »gefiederte Schlange« der Azteken vielleicht ein Drache ist, der sich vor Jahrhunderten zurückgezogen hat. Dass die »Geistertanz« Bewegung wirklich in der Lage gewesen wäre, Hemden zu schaffen, an denen die Kugeln der Weißen abprallen und die ausgerotteten Büffel und die gemordeten Krieger wieder herauf zu beschwören ...


Eine völlig neue Ausgangssituation für ein mögliches Gleichgewicht zwischen Indianerstämmen und weißen Eroberern! Whow.

So habe ich ein Fantasy-Szenario, das mich total reizt und vor allem sehr neugierig macht.

Nur, wo finde ich Bücher, die mir das Alles bieten?

Ich vermute, im englischsprachigen Raum gibt es mit Sicherheit mehr Auswahl in dieser Richtung. Mein Englisch ist allerdings so schlecht, dass Lesen so keinen Spaß macht. Selbst Comics sind da schon anstrengend. (Aber »East of West« ist z.B. zu geil, so dass ich es dennoch tue.)

Also, musste ich das, was ich lesen will, eben mal wieder selbst schreiben.

Aus diesem Grund wird es demnächst die Serie: »Nighthunter« geben und vielleicht gibt es ja außer mir, noch den einen oder anderen Menschen da draußen, der genauso wie ich Lust auf eine »Fantasy-Horror-Gothic-Western« Story hat.

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