Freitag, 16. März 2018

Sage mir, was du liest: "Die Schwestern" von Jack Ketchum

Klappentext: »Arizona, 1848. Kurz nach dem Mexikanisch-Amerikanischen Krieg. Schicksal und Pulverdampf führen dazu, dass sich die Wege des Reporters und Gelegenheitstrinkers Marion T. Bell, des beinahe legendären Revolverhelden John Charles Hart und des raubeinigen Mother Knuckles im Grenzgebiet kreuzen. Noch ganz andere Mächte sind am Werk, als die drei über Elena stolpern, eine wilde, schwer misshandelte junge Frau, die den drei Männern von ihrer Entführung und den unvorstellbaren Gräueln in einem Sklavenlager jenseits des Flusses berichtet. Das Lager wird von den grausamen Valenzura-Schwestern und ihrem Handlanger Paddy Ryan beherrscht. Für sie sind die alten Götter Mexikos auch 300 Jahre nach Cortez noch äußerst lebendig. Blut für Regen. Blut für Macht. Und Elenas Schwester ist noch in ihrer Gewalt ....«


Nachdem mich die Horror-Western von Tim Curran so begeistert hatten, suche ich in diesem Genre nach neuem Stoff. Dabei stieß ich auf »Die Schwestern« von Jack Ketchum.

Sicherlich, wenn ich vorher mehr über den Autor recherchiert hätte, wäre mir einiges erspart geblieben.
Ich will nicht sagen, dass »Die Schwestern« ein schlechtes Buch ist. Auch wenn ich persönlich mit Folter, Gewalt und Vergewaltigung, zu detailliert beschrieben, einfach nichts anfangen kann. Zum Glück handelt es sich bei »Die Schwestern« um eine Novelle. Also hatte ich das Werk in sehr kurzer Zeit durch.

Auf jeden Fall kann Jack Ketchum schreiben. Seine Figuren, das Westernsetting sind in sich schlüssig und es macht Spaß zu lesen, wie das »Greenhorn« mit den beiden rauen Revolvermännern Pferde fängt, eine Frau rettet und dieser zu ihrer Rache verhilft.
Mich stört auch nicht, dass bei so einer Story literweise Blut fließt, dass Patronen Köpfe und Leiber auseinanderfetzen.

Die detailliert beschriebenen Folterungen der Frauen ... das brauche ich nicht. Horror ist für mich nicht, die Überwindung der eigenen Ekelgrenze, zu schauen, wie viel ich ertrage. Vor allem nicht, wenn es ständig an der Grenze zum Porno entlang schliddert. Zu Horror-Literatur gehört für mich immer ein übernatürliches, ein mystisches Element. Der Western bietet mit den Natives und ihren Legenden genügend Material. Gerne auch Zombies, die ja der Mythologie einiger Afrikaner entstammen.

Aber »Die Schwestern« ist für mich leider nur einer dieser Extrem-Thriller im Westerngewandt und hat ebenso wenig mit Horror zu tun, wie der Film »Bone Tomahawk«. (Denn auch eine inzestuöse Indianerbande die Kannibalismus am lebenden Menschen betreibt, ist für mich nur »Torture Porn«.)

In diesem Sinne. Am Sujet für mich vorbei. Handwerklich einwandfrei, für Freunde von Extrem-Literatur sicherlich empfehlenswert, mit Horror hat es meiner Meinung nach nichts zu tun. Mehr »Torture Porn« denn Horror. Schade.

3 Sterne

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