Montag, 19. November 2018

Sage mir, was du liest: "Freak City 1 - Hexenkessel" von Martin Krist

Klappentext:

»Und ich sagte noch: Das wird blutig. Verdammt, er wollte nicht hören.«

Patsy und Milo wollen an das große Geld. Doch nicht nur der rechtmäßige Besitzer hat was dagegen, sondern auch ein Mörder, der seit Wochen seine blutige Spur durch die Stadt zieht.

Pearl, Ermittler wider Willen, muss indes eine Broadway-Diva aufspüren. Doch weder die Cops noch die Familie der Sängerin hegen daran großes Interesse. Schon bald gerät er selbst ins Visier.

Welcome to FREAK CITY. Noch härter. Noch abgründiger. Die neue Serie von Martin Krist. Jede Episode in sich abgeschlossen.

»Martin Krist steigt hinab in die dunkelsten Hinterhöfe New Yorks - FREAK CITY ist dirty, rough und vor allem: wahnsinnig spannend!«
Judith Arendt

»Pearl ist ein Detektiv, wie es seit Magnum keinen mehr gab: Hart, intelligent und ein Magnet für Ärger.«
Denise Börner


Manchmal gelingt es einem Buch, mich trotz meines meterhohen SuB neugierig zu machen und dann muss es einfach »dazwischen« geschoben werden. Hier passte es (nicht nur) auch auf Grund der geringen Seiten- bzw. Wortanzahl.
Über Facebook »lief« mir der Hinweis auf den Beginn der o.g. Serie über den Weg.
Ihr wisst, eigentlich mag ich es nicht so sehr, wenn deutsche Autoren Storys entwickeln, die in den USA spielen.

Was also brachte mich dazu, den ersten Teil doch zu lesen?

Den Autor kannte ich nicht. Thriller sind nicht mein meistgelesenes Sujet, wenn es um Bücher geht.

Klar. Der Einführungspreis. Bei 0,99€ kann man erst einmal nichts falsch machen.
Vor allem aber die Neugier, wie der Kollege das so umsetzt, da ich ja gerade selbst eine Serie schreibe bzw. konzeptioniere.
Und, ich verrate kein Geheimnis, am Ende von »Hexenkessel« stehen bereits die Titel der nachfolgenden neun Bände und auf der HP des Autors sind insgesamt sieben Teile mit Cover abgebildet. Für Nachschub ist also gesorgt. (Ich gehöre ja zu denen, die durch früh eingestellte Serien »traumatisiert« wurden.)


Dann kam noch die Information dazu, dass es sich bei der Hauptfigur um einen Native, bzw. zumindest um ein Halbblut handelt. Eine Story mit einem Indianer geht nun mal plausibel tatsächlich nur in Amerika und da ich das Thema »Native« in Gegenwartsstorys immer reizvoll finde ... griff ich zu.

Der Serientitel: »Freak City« weckte bei mir gewisse Assoziationen zu »Sin City« (Comics) von Frank Miller.

Nach Beendigung kann ich sagen, dass dies durchaus kein hinkender Vergleich ist.
Wir haben mit »Hexenkessel« einen »Hard Boiled« Thriller, nach klassischem amerikanischen Muster. Der Held: harter Einzelkämpfer, mit (bisher nur angedeuteter) dunkler Vergangenheit. Die Bullen sind korrupt, die Stadt ist ein Moloch, Politiker sind Lügner, das FBI auch nie wirklich eine Hilfe, der einzige Freund ist ein Barkeeper ...

Klingt nach einer Anhäufung von Klischees?

Klar. Das ist aber nicht immer schlecht.

Denn eins ist klar. Martin Krist ist ein guter Autor, der sein Handwerk versteht. »Show don't tell« beherrscht er spielend. Allein die Exposition, wie er Pearl einführt, könnte Bestandteil jedes Schreibworkshops sein. Und dazu braucht der Autor nicht einmal viele Worte.

Genau das macht »Hexenkessel« aus.

Der erste Band der Serie ist ein rasant erzählter, actionreicher Thriller, der einen atemlos an der Handlung kleben lässt. Und tatsächlich ist hier die Kürze, wirklich die Würze.

Harte Schnitte, Handlung und Dialoge stehen vor ellenlangen Beschreibungen.

In der Reduzierung auf das Maximum, die der Autor hier betreibt, braucht »Hexenkessel« wirklich keine Vergleiche mit Serienformaten im TV scheuen.

Alles, was die Geschichte braucht, um einen gut zu unterhalten, ist drin.

Die möglichen Kritikpunkte verblassen in meinen Gedanken schnell bei dem Wissen, dass es sich um den Auftakt einer Serie handelt, die offensichtlich schon auf 10 Teile durchkonzeptioniert ist.

Die Figuren z.B. zu flach? Nein, denn ich vertraue dem Autor, dass er den Sidekicks, wie dem Barkeeper oder dem Cop Bobby, in weiteren Geschichten durch ihr Handeln ein schärferes Profil verleihen wird. Ebenso, wie Pearl noch lange nicht auserzählt ist.

Protagonisten, die für die Handlungen der nächsten Teile keine Bedeutung haben, dürfen von mir aus blass bleiben.

Die Atmosphäre zu wenig dargestellt? Auch hier glaube ich, dass es Martin Krist gelingen wird, über die geplanten Teile (und hoffentlich darüber hinaus) ein detaillierteres Gesamtbild zu erzeugen. Denn New York scheint ja wirklich auch ein Protagonist zu sein und ich denke, Krist wird es selbst einem Leser wie mir, der diese Stadt überhaupt nicht kennt (außer aus Filmen und Serien) noch näher bringen.

Alles in allem ist »Hexenkessel« ein vielversprechender Auftakt, für den ich eigentlich nur noch den bekannten Werbeslogan eines Schokoriegels zitieren möchte:

»Für den kleinen (Thriller)Hunger zwischendurch.«

Ein Buch, zu dem man bedenkenlos greifen kann, wenn man Bock auf eine coole Thrillerserie mit in sich abgeschlossenen Folgen und dennoch einem übergeordneten Plot hat, und der den Fernseher mal auslassen möchte.

Warum trotzdem »nur« vier Sterne? Weil ich die weiteren Teile noch nicht kenne und einfach noch Luft nach oben ist.

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